• MGB-Head No1
  • MGB-Chor

    MGB-Chor

  • Schüleraustausch

    Schüler-Austausche

  • Sinfonieorchester

    Orchester

  • Naturwissenschaft und Technik

    Naturwissenschaft und Technik (NwT)

Konzerte des MGB Chors

Lesen Sie hier den Artikel von Bernd Neuschl aus den BNN: 

Dass das Melanchthongymnasium Bretten (MGB) mit seinem Musikprofil zum Besten im ganzen Ländle gehört, davon zeugen alleine schon 12 Ensembles und Arbeitsgemeinschaften, die sich der vitalen Vielfalt der Musik verschrieben haben. Ob Klassik, Jazz oder gepflegter Chorgesang, alles bewegt sich auf einem verblüffend hohen Niveau, das von einer unbändigen Freude an der Musik und Leidenschaft für das gemeinsame Musizieren veredelt wird. Eine flinke Triebfeder in diesem großen Getriebe ist Marianne Abele. Der sichtbare Ganzkörpereinsatz beim Dirigat stellt dabei nur die Spitze des Eisbergs dessen dar, was sie künstlerisch und voller Herzblut jedes Jahr aufs Neue zu leisten vermag. Heuer hörten wir auf der Bühne den „jüngsten MGB-Chor aller Zeiten.“ Die 60 Schülerinnen und Schüler fackelten da ein farbenfrohes Vokalfeuerwerk mit einer derart ansteckenden Singfreude ab, dass es am Ende stehende Ovationen gab.

Dabei setzte Abele nicht auf Effekte, sondern leuchtete die Details des vertikalen Notengeschehens stimmig aus. So kamen die Fermaten, Zäsuren, Ritardandi und Tempowechsel bei den episch-anrührenden Höhepunkten aus „Les Miserables“ wie aus einem Mund. Die zupackende Dramatik aber auch träumerisch-verklärte Klangmomente wurden dabei ebenso sauber intoniert und ergreifend artikuliert wie erhebende Tuttipassagen. Pianist und Stimmbildner Philipp Lingenfelser hatte die frisch gestimmte Klaviatur hervorragend im Griff und atmete mit Chor und Dirigentin. Sämtliche Einsätze gelangen so fabulös. Und Lingenfelser klebte erfreulicher Weise nicht an den Noten: Als sich der Chor zwischen zwei Liedern des Musicals umstellte, improvisierte Lingenfelser behutsam mit den Bekleitakkorden für einen fließenden, dramaturgisch stimmigen Übergang.  Ein weiterer Höhepunkt waren Highlights aus dem Disney-Musical „Der König der Löwen“. Da wird in der ohnehin warmen Aula die sengende Savannensonne zum Leben erweckt, wenn Songs wie der „Ewige Kreis“ oder „Die Jagd der Löwinnen“ aus angriffslustigen Kehlen noch abenteuerlustiger erschallen. Batuhan Aktas und Antonia Giesche beeindruckten in der Rolle des sonoren Schamanen Rafiki. Die Schlagwerker Luca Schneider, Jakob Hoek und David Dulkies sorgten für afrikanischen Trommelzauber, bei „Hakuna Matata“ sogar für pointierte Rhythmen. „Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist.“, heißt „Hakuna Matata“ frei übersetzt. So ist hier ein neuer, junger Chorklang gerade am aufknospen und das ist gut so: Da sorgen Knabensoprane für glockenhelle Klänge, der leuchtende Gesamtklang ist schlank und transparent mit noch ausbaufähiger Tiefe. In Sachen Klangbalance und Vokalfärbung geht Marianne Abele dennoch keine Kompromisse ein. „Alleine wie Sie die wundervollen Enden ausklingen lassen, zeugt von ganz großer Klasse und künstlerischem Können“, lobte Schulleiterin Elke Bender. Und auch um den solistischen Nachwuchs braucht sich Abele keinen Sorgen zu machen: Swaantje Schwarzien sorgte mit ihrem zarten Timbre beim einleitenden „Evening Rise“ und „From a Distance“ für ehrliche Ergriffenheit in den voll besetzten Zuhörerreihen. Das übrige Programm bestand aus klingenden Postkarten aus aller Welt: Gospels, Spirituals, israelische Volksweisen, rustikale irische Folklore und Nenas „Wunder gescheh’n“ ließen den Beifall immer wieder begeistert aufbranden. Beim flinken „Rhythm of Life“, der Erkennungsmelodie des MGB-Chores, gesellten sich ehemalige Choristen am Saalende zu der cleveren Choreografie dazu. Ein bereichernder Farbtupfer im Programm stellte das Quintett „MelanchTöne“ dar. Die jungen hauseigenen Künstlerinnen boten unterhaltsame Musik aller Couleur erstaunlich charmant und auf interpretatorisch hohem Niveau dar. Die Zugabe, ein Mitmach-Kanon mit viel Bewegung, zauberte allen Besuchern ein Lächeln ins Gesicht. Singen ist also nicht nur gesund, sondern macht auch glücklich. Bernd Neuschl